Angespielt: Silent Hill – Downpour – PS3

Warum die berühmteste Stadt in der Videospielwelt eigentlich nicht von Touristen überschwemmt wird, ist mir ein Rätsel, denn eins ist sicher, niemand kommt so einfach an Silent Hill vorbei.

Silent Hill – Downpour
Konami | Vatra | Release: 29.03.12 | Action-Adventure | USK: ab 18

Da die letzten Silent Hill Teile wie Homecoming und Origins leider immer mehr den Sinn der alten Silent Hill Spiele verloren haben, hatte sich die tschechische Spieleschmiede Vatra Games das Ziel gesetzt, wieder zurück zu den Wurzeln zu gehen und ein Silent Hill zu präsentieren, welches wieder von Schockeffekten nur so tropft.

In Downpour spielt ihr Murphy Pendleton, ein Inhaftierter der seine Zeit ruhig in einem Gefängnis für Schwerverbrecher verbringt und auf das Ende seiner Strafe wartet. Hört sich doch eigentlich ganz normal an. Leider spielt das Leben manchmal nicht so mit wir man es will und daher wird Murphy in ein anderes Gefängnis verfrachtet, welches nach Meinungen der Wärter, viel schlimmer als das jetzige sein soll. Auf dem Weg in ein andere Gefängnis geriet der Bus, der die Inhaftierten transportiert in einen Unfall, welcher komischerweise vor der geheimnisvollen Stadt Silent Hill liegt. Warum er überhaupt im Gefängnis steckt, warum ein recht blutiger Start ins Spielgeschehen notwendig ist und warum der leichte Gedanke an “Was soll der Misst?” einen nicht loslassen will, bekommt man erst später erfahren, was den Einstieg als sehr verwirrend darstellt.

Nachdem Murphy nach den Unfall aufwacht und niemanden der Passagiere auffindbar ist, entschließt er sich zu verschwinden, denn warum soll er denn auch auf die Polizei warten? Auf seiner Flucht bemerkt er, das der Weg, wo sie hergekommen sind, durch einen riesigen  Riss im Boden versperrt ist,  wodurch es nur einen weiteren Weg für ihn gibt.
Nun gut, ihr seid somit jetzt in Silent Hill, eine Stadt wo alles nicht so ist wie es seinen soll und wie ein Paradies für Psychotherapeuten erscheint. Das Ziel ist klar, raus aus dieser verfluchten Stadt.

Wie auch in jeden Teil davor, versucht Silent Hill Downpour auch wieder mit Atmosphäre und Musik eine kalte Stimmung der Einsamkeit und der Schockerlebnisse zubringen. Hier kommt natürlich wieder ein fantastischer Soundtrack dazu, der aus alten Liedern von Eins bis Drei wie auch aus neuen Liedern, wie zum Beispiel eins von der Band “Korn”, besteht. Das knacken von alten Holz, das fallen von Steinen oder ein Gewitter mit Starkregen, Downpour erstreckt sich an sehr vielen Hintergrundgeräuschen die das Blut zum gefrieren bringt und nicht selten das Gefühl der Paranoia versusacht.

Was wäre ein Silent Hill ohne Monster? Eine Stadt wie jede andere, würde man meinen und daher dürfen diese natürlich nicht fehlen. Typische Kreaturen wie auch neue sind diemal auf der Gehaltsliste welche natürlich auch alle ihre Stärken und Schwächen haben. Unsichtbare, schnelle, große, brutale und so weiter uns so weiter kann man finden und bekämpfen. Wer aber keine Waffe dabei hat, keinen Sinn in dem Kampf sieht oder einfach keine Lust auf einen Splatter Film hat, kann natürlich auch die gute alte Möglichkeit der Flucht nutzen, die hier oft nicht als feige sondern als vollkommen richtig definiert wird.

Spieletechnisch gibt es aber leider auch ein paar Probleme. Wenn ihr mal stirbt, ein neues Kapitel startet oder auch nur mal in eins der vielen Häuser der Stadt betretet , bekommt ihr ein Ladebildschirm serviert der euch manchmal wie eine Ewigkeit vorkommt. Objekte müssen geladen werden, Kreaturen, vielleicht sogar einen großen Hintergrund, da kann man verstehen das sowas auch mal länger dauern kann, aber wenn man nach einem Tot manchmal eine ganze Minute wartet, kann das schon nerven.
Ein anderes Problem, welches aber leicht zu verdrängen ist, sind Slowdowns. Man kann es auch fast wie einen kurzen Stillstand bezeichnen, denn ab und zu passieren mal kleine Aussetzer, die das Spiel zwar nicht beeinflussen, aber recht unschön sind.

Grafisch sieht zwar Downpour schon sehr ansprechend auch, aber von einem Traum für die Augen ist es weit entfernt. Texturen die lange brauchen um zu laden, Blut das nach wenigen Sekunden auch gerne mal verschwindet oder Körperteile die gerne mal in einer Wand verschwinden sind hierbei aber zum Glück nur die größten Probleme. Dagegen sind aber Licht und Schattenspiele sehr schön anzusehen und zeigen, selbst wenn Silent Hill nur durch eine dicke Nebelwand zu erkennen ist, dass man hier wirklich wert darauf gelegt hat.

Fazit

Silent Hill Downpour sieht schön aus, hört sich gut an und spielt sich gut. Die Schockeffekte und die dunkle Atmosphäre bringen ein Horrorgefühl, welches aber nicht an die “alten” Teile reichen kann. Die Missonen neben der Story lassen auch mal Zeit für Kleinigkeiten und das erkunden der Stadt, welches sehr gut in das Spiel eingefügt wurde. Downpour ist hingegen seiner letzten Vorgänger mehr ein “Überleben” als ein “Kämpfen”, was aber euch nicht daran hindert, mal ein Vorschlaghammer anstatt einer schnellen Flucht zu nutzen.
Die langen Ladezeiten und die kurzen Slowdowns in im Spiel können einen aufregen, wenn man sehr penibel bei sowas ist. Alles in einem ist Downpour ein tolles Silent Hill, welches auch den Namen verdient hat.

8/10

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Kategorien: Action-Adventure, PS3, Test