Bioware beendet mit Mass Effect 3 eine mehrere Jahre alte Serie, die zwischen Hollywood und Groschenroman, alles in reine Videospielform gepresst hat. Wird Shepard sein Weg vollenden? Werden die Reaper die Menschheit und alle anderen Rassen vernichten und wird dabei auch noch ganz großes Kino geboten? Eins steht fest, Bioware hatte sich was vorgenommen, was sie auch umsetzen konnten.

Alles fängt ganz gemütlich auf der Erde an. Shepard, der nach dem Sieg aus Teil 2 zurückkehrte und fort an nicht mehr im aktiven Dienst ist, muss unter Aufsicht des Militärs sein Zivilleben ausleben. Da nur bekannt ist, dass die Reaper kommen, aber niemand direkt weiss wann, heisst es warten. Und genau da fängt Mass Effect 3 an. Die Reaper greifen ohne Vorankündigung die Erde an und Ihr müsst verschwinden. Denn Eure letzte Mission ist es alle Rassen der Galaxie zusammen zu bringen und als eine Mannschaft gegen die Reaper zu kämpfen. Leichter gesagt als getan, denn wer das Mass Effect Universum kennt, weiss genau, dass es zwischen allen Rassen verschiedene Probleme gibt.
Die Hauptgeschichte ohne Nebenmissionen dauert ungefähr 27 Stunden. Fragen und Antworten wie auch Entscheidungen für das Rest der Galaxie müssen getroffen werden, Verbündete geholfen, oder ein Messer in ihren Rücken gestochen werden. Mass Effect 3 bietet hier eine große Auswahl an guten wie auch schlechten Möglichkeiten an, die aber am Ende alle in einem großen Finale enden.
Wie auch in Teil Zwei von Mass Effect, bietet Teil Drei einen wirklich guten Charaktereditor, in dem Ihr Euch einen neuen erstellen oder gar den aus Mass Effect 2 genutzten Charakter importieren könnt. Wenn Ihr einen Charakter importiert, werden alles aus dem zweiten Teil vollbrachten Taten in Teil Drei gebracht, was nicht nur Vorteile, wie das Besiegen eines Feindes, sondern auch Nachteile, wie den Tod einen Kamerades bringen kann. Entscheidet Ihr Euch für einen vollkommen neuen Charakter, wird die Geschichte im bestmöglichen Vorteil zu euren Gunsten gespielt. Am Spielprinzip gegenüber dem Vorgänger hat sich nicht viel geändert. Ihr reist mit Eurem Schiff, der Normandy, durch die Galaxie, rettet dabei ein paar Verbündete, die Euch dann in der letzten Schlacht unterstützen werden, oder nutzt eine der Nebenmissionen, um ein bisschen Geld für Waffen- und Rüstungupgrades zu machen. Eine Veränderung ist hierbei die Montage von Waffen, wie das Verbessern der Präzision, der Stärke oder der Geschosse pro Magazin und das sogar an jedem Teammitglied. Eine weitere Veränderung ist die Angabe des Gewichtes bei Waffen. Wenn Ihr viele schwere Waffen bei Euch tragt, könnt Ihr Aktionen seltener nutzen, die wiederum eine taktische Komponente in der Teamerstellung bringt.
Da es bei den Entwicklern in der letzten Zeit immer beliebter geworden ist, einen Multiplayermodus in einen Spiel zu integrieren, ist Bioware natürlich mit auf den Zug gesprungen. Der Multiplayer läuft unter den Namen “Galaxy at War” und hat sogar im weitesten Sinne Einfluss auf den Singleplayer, aber darüber später mehr. Im MP spielt Ihr in einem bis zu 4 Mann großen Team auf Karten des SP die Ihr vorwiegend in Nebenmissionen besucht habt. Hierbei kämpft Ihr mit Eurem Team gegen Horden von Gegner, die nach und nach stärker wie auch mehr werden. Dabei müssen dann Missionen wie das einnehmen eines Gebietes, das finden und bergen eines Objektes oder das überleben in einer Runde. Für den Galaxy at War Modus könnt Ihr nochmals einen eigenen Charakter erstellen, die aber nicht nur aus Menschen, sondern aus vielen der in Mass Effect vorkommenden Rassen entscheiden, die jeweils eigene Vor- sowie Nachteile mitsichbringen. Hört sich taktisch an? Leider ist das nur halb richtig. Die Kämpfe im MP sind fast frei von taktischen Möglichkeiten, da man kaum als Team spielt, sondern mit der richtigen Waffe alles selber kaputtmachen kann. Für ein paar Runden stupides Gemetzel ist es aber trotzdem sehr gut und macht sogar mal spass, wenn man eine Pause von der Geschichte braucht. Da wir gerade bei Thema Geschichte sind, wenn Ihr nach dem ersten mal durchspielen das “echte” Ende sehen wollt, dann müsst Ihr den Multiplayer gespielt haben. Für jede gespielte Runde im MP bekommt Ihr ein paar Punkte für die Galaxiebereitschaft Eurer Verbündeter. Wenn Ihr durch intensives spielen also die 100% erreichen solltet und dann in der Geschichte mit allen gefundenen Verbündeten die maximale Leistung erreicht, werdet Ihr in den Geschmack des Endes bekommend. Meiner Meinung nach nur ein Grund warum man den MP spielen sollte.
Fazit
Mass Effect 3 ist ein fanstatisches Ende einer Trilogie die wahrlich in die Geschichte der Videospiele gehen wird. Eine komplette Galaxie an tollen Ideen, verschiedenen Rassen und Action wie man es nur selten sieht, bekommt man geboten und natürlich auch die Erzählweise, die ganze 3 Teile braucht, um eine Geschichte wiederzugeben, die einfach überzeugt. Man merkt einfach, dass Videospiele für Bioware mehr sind, als nur ein digitales Medium, eine Ansammlung von Programmiercoden oder große Geldmacherei, es sind die Kleinigkeiten zwischen erzählen und erleben, was die Spiele zu was ganz besonderes machen.
Mass Effect 3 ist zwar nicht das beste Spiel aus der Reihe, aber es ist ein Abenteuer und das ist, was Atmosphäre, Charaktere und Handlung erreichen sollten.
9/10





















